Garten

Friedliche Koexistenz im Garten

Friedliche Koexistenz unterschiedlicher Lebewesen ist immer anstrebenswert. Das gilt auch für den Garten. Die Natur macht es vor, was der Gärtner nicht vernichten sollte. Die Natur sorgt bee-515023_640(1)überall dafür, dass keines ihrer Geschöpfe an irgendeiner Stelle zu viel oder zu wenig vorhanden ist.

Immer da, wo sich ein Mangel zeigt, wird sich eine Spezies ansiedeln. Und wenn sie überhandnimmt gibt es eine andere, diese dezimiert. Deshalb gibt es Raubtiere. Nur an einer Stelle hat, diesbezüglich, die Natur versagt.

Sie schuf den Menschen, das größte Raubtier. Der Gärtner, so nah er auch an der Natur wirtschaftet, ist immer gezwungen, die Natur nach seinen Bedürfnissen auf seinem Land zu formen. Das geht nicht ohne Eingriffe, ohne Dezimierung von Schädlingen, von Krankheiten.

Naturnaher Pflanzenschutz

Jeder alteingesessene Gärtner weiß um die Bedeutung von Brennnesseljauche. Wer sich die Mühe macht, Brennnesseln einzujauchen, weiß, wie sehr das stinkt. Aber auch, wie wertvoll Brennnesseljauche ist. Über die Pflanzen gegossen stärkt sie diese. Und vernichtet eine Vielzahl von Schadinsekten. So sollen durch die Brennnesseljauche die allseits so unbeliebten Blattläuse vernichtet werden.

Dabei helfen auch Marienkäfer, die die Blattläuse vertilgen. Und Florfliegen. Ihre Eier werden in die Blattläuse gelegt, die Larven fressen diese auf. Zum natürlichen Pflanzenschutz gehört auch der Einsatz von Nematoden durch den Gärtner.

Diese für uns unsichtbaren Fadenwürmer wühlen sich durch die Erde und fressen dabei beispielsweise die Larven des Dickmaulrüsslers. Der Gärtner wird demDickmaulrüssler selbst nicht begegnen. Er frisst unsichtbar für uns. Man sieht nur das Ergebnis. An den Blatträndern exakt weggefressene Rundungen. Besonders schön an den Rhododendren zu bestaunen.

Ameisen und Blattläuse

Symbiotische Beziehungen im Sinne einer friedlichen Koexistenz haben auch Ameisen und Blattläuse miteinander. Blattläuse leben davon, die Stängel von Pflanzen anzubohren und deren Saft zu vernaschen. Dabei benötigen sie jedoch nicht alle Komponenten des Pflanzensaftes. Sie scheiden den aus dem Pflanzensaft gewonnenen Zucker aus.

Das wissen die Ameisen. Die Ausscheidung der Blattläuse ist Labsal für die Ameisen. Diese sorgen deshalb dafür, dass die Blattläuse möglichst gute Lebensbedingungen haben. Wenn eine Pflanze leergetrunken ist, transportieren sie die Blattläuse zu einer frischen. Zu beiderseitigem Vorteil, was der Sinn einer friedlichen Koexistenz ist.